Interview mit Anke Grabe
Ortsbürgermeisterin Klecken, Ratsvorsitzende im Gemeinderat, stellv. Vorsitzende der CDU- Fraktion und Kreistagsabgeordnete
Frau Grabe, seit wann engagieren Sie sich im Ehrenamt?
Seit 26 Jahren lebe ich mit meiner Familie in Rosengarten. Hier engagiere ich mich seitdem ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen, für die Schulwegsicherheit, den Natur- und Umweltschutz und seit 2011 auch in der Kommunalpolitik.
Die verlässliche Ganztagsschule stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Was ist aus Ihrer Sicht bei der Umsetzung besonders wichtig?

Mit der Einführung der Ganztagsschule werden umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich. Gute Ganztagsschulen müssen Kindern gute Lernbedingungen bieten, Raum für Bewegung und Erholung schaffen und zugleich den Bedürfnissen von Lehrkräften gerecht werden. Christine Rudnik und ich haben uns deshalb früh dafür eingesetzt, die notwendigen Umbaumaßnahmen ganzheitlich zu betrachten, dazu gehört auch die zukunftsfähige und energieeffiziente Gestaltung der Gebäude.
Anke Grabe mit ihrem „Sicherheitsdackel Eddie“ zum Schulanfang [Foto: M. Grabe]
Und wie steht es um die weiterführende Schule in Rosengarten?
Die ROGA Oberschule ist eine großartige Schule mit gymnasialem Angebot. Die steigenden Schülerzahlen sprechen da für sich. Ich werde mich im Gemeinderat und auch als Kreistagsabgeordnete dafür einsetzen, dass diese Schule gestärkt wird. Dazu gehören selbstverständlich auch die geplanten Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen.
Der Gemeinderat hat die Erweiterung des Wärmenetzes in Rosengarten beschlossen. Wie stehen Sie dazu?
Der gefasste Beschluss ist ein Schritt in Richtung klimafreundliche Wärmeversorgung. Die Umsetzung muss bürgerfreundlich erfolgen und Belastungen müssen so gering wie möglich bleiben. Eine gute Wärmeversorgung muss nicht nur technisch funktionieren, sondern auch für die Menschen vor Ort nachvollziehbar sein.
Braucht die Gemeinde mehr Gewerbebetriebe und Gewerbeflächen?
Ja, denn Unternehmen aus unserer Gemeinde sind bereits in Nachbargemeinden abgewandert, weil Rosengarten nicht die Möglichkeiten zur Erweiterung anbieten konnte. Das muss sich ändern. Handwerksbetriebe, Dienstleister und unsere Familienbetriebe müssen auch in Rosengarten eine Zukunft haben. Wir wollen das lokale Handwerk und ortsverträgliche Wirtschaft fördern, dadurch werden auch wohnortnahe Arbeitsplätze erhalten bzw. geschaffen.
Wie passt das mit Umwelt- und Klimaschutz zusammen?
Bei einem verantwortungsvollen Umgang mit den Flächen und einer umweltbewussten Planung sehe ich da keinen Widerspruch. Der Landkreis Harburg gehört zu den gründungsstärksten Regionen, Unternehmensneugründungen sind zu begrüßen und dafür muss man genauso Raum bieten wie für Erweiterungen vorhandener Betriebe.
Sie setzen sich für den Erhalt der Gewölbebrücke in Klecken ein. Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig?
Die Gewölbebrücke ist für Fußgänger, Radfahrer und Reiter von großer Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil des gemeindeübergreifenden Wander- und Radwegenetzes. Gleichzeitig ermöglicht sie den direkten Zugang zu einem wichtigen Naherholungsgebiet. Ein Abriss und Neubau würden zudem erhebliche Mengen sogenannter grauer Energie vernichten beziehungsweise neu binden. Die derzeit hohen Kosten sind aus meiner Sicht auch deshalb entstanden, weil in der Vergangenheit gefasste Beschlüsse im Gemeinderat wieder infrage gestellt wurden.
Anke Grabe machte sich selbst ein Bild vom Zustand der Gewölbebrücke in Klecken [Foto: M. Grabe]

Der Erhalt des Waldbads Sieversen steht bei vielen Parteien im Programm. Warum wird das nicht einfach gemacht, wo liegt denn da das Problem?
Der politische Wille zum Erhalt ist ein wichtiger Anfang, entscheidend ist aber das konkrete „Wie“. Wir müssen deshalb auch über eine Umgestaltung des Bades und über Kooperationen nachdenken – sowohl bei der personellen als auch bei der technischen Organisation. Nur wenn wir diese Fragen offen angehen, können wir unser Freibad langfristig sichern.
Bei alldem müssen wir die Haushaltslage fest im Blick haben. Eine sach- und fachgerechte Haushaltsplanung ist nötig, in der CDU-Fraktion haben wir Expertenwissen zu den unterschiedlichen Bereichen, und gemeinsam mit Friedemann Blaffert als Bürgermeister werden wir die vielfältigen Projekte angehen und gute Lösungen finden.
Welche Möglichkeiten sehen Sie, um Jugendliche stärker einzubinden?
Mit dem Jugendforum hat die Gemeinde einen großartigen Aufschlag gehabt, viele engagierte Schülerinnen und Schüler haben sich beteiligt. Für mich ist es selbstverständlich, junge Menschen einzubinden. Im Ortsrat Klecken ist es nicht ungewöhnlich, dass junge Menschen ihre Anliegen vorbringen und gemeinsam an der Umsetzung ihrer Ideen gearbeitet wird, wie z.B. am Basketballplatz und an der Skateranlage. Ich wünsche mir von der Verwaltung der Gemeinde, dass die Anliegen der Jugend schneller bearbeitet werden und vor allem die Treffpunkte der Jugendlichen erhalten und ausgebaut werden.
Was halten Sie von dem geplanten Zusammenschluss der Rosengartener Sportvereine?
Ein Zusammenschluss könnte die Vereinsverwaltung bündeln und damit die ehrenamtlichen Vorstände deutlich entlasten.
Wenn jeder Verein seine Sportangebote einbringt, können alle Sportlerinnen und Sportler in Rosengarten von einem vielfältigeren und besser abgestimmten Angebot profitieren.
Ein mitgliederstarker gemeinsamer Verein hätte zudem mehr Durchsetzungskraft als mehrere kleinere Vereine einzeln.

Anke Grabe und Friedemann Blaffert starten die Bauarbeiten des Kunstrasenplatzes in Klecken mit dem ersten Spatenstich [Foto: M. Grabe]
Was wünschen Sie sich außerdem für die Gemeinde?
Ich möchte, dass unsere Dörfer lebendig bleiben und nicht zu „Schlafdörfern am Rande der Großstadt“ werden. Dafür unterstütze ich die Vereine, wie aktuell zum Beispiel bei der Erstellung eines Kunstrasenplatzes für den FC Rosengarten, befürworte die moderne und bedarfsgerechte Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren und fördere das Ehrenamt. Denn die Menschen, die sich hier vor Ort engagieren, tragen dazu bei, dass wir in unseren Ortschaften richtige Dorfgemeinschaften haben.